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Brief des französischen Bühnenverbandes SYNDEAC (Syndicat des Entreprises Artistiques et Culturelles) an den französischen Kulturminister

Der SYNDEAC ist Mitglied von PEARLE, in diesem Rahmen ist er Partner des Deutschen Bühnenvereins.

An Herrn Jean Jacques Aillagon
Minister für Kultur und Kommunikation
3 Rue Valois
75001 Paris

 

Paris, den 28. August 2003
Sehr geehrter Herr Minister

Das Protokoll über die spezifische Arbeitslosenversicherung für künstlerisches und technisches Personal mit Werkverträgen (intermittents), unterzeichnet am 26 Juni dieses Jahres, abgeändert am 8. Juli und ratifiziert am 6. August, soll am 1. Januar 2004 in Kraft treten. Der SYNDEAC hat wiederholt klar zum Ausdruck gebracht, wie schlecht dieses Abkommen ist. Seit mehreren Jahren fordert der SYNDEAC, daß vor jeder Reform der Arbeitslosenversicherung der Künstler und Techniker mit Werkverträgen eine Analyse der Konsequenzen für die öffentliche Finanzierung des Theaters zusammen mit allen Vertretern der betroffenen Berufszweige durchgeführt wird.

Angesichts der schweren Krise, mit der unser gesamter Berufsbereich konfrontiert ist, einer Krise, die die Spielzeit 2003/2004 der öffentlichen Theater gefährdet, verlangt die Vollversammlung des SYNDEAC vom 27. August 2003 unverzüglich eine Verhandlungsrunde am Sitz des Kulturministeriums Rue de Valois.

An dieser Verhandlung müssen insbesondere die Vertreter des Staates, die Gewerkschaften und die Organisationen der Beschäftigten und der Arbeitgeber des Theaters teilnehmen, sowie die Koordinationen der Künstler und Techniker mit Werkverträgen (intermittants), die Vertreter der Arbeitslosenversicherung UNEDIC und andere qualifizierte Persönlichkeiten. Diese Verhandlungen müssen folgendes zum Gegenstand haben:

  • die Prüfung der Bedingungen für das Inkrafttreten eines Moratoriums hinsichtlich der Anwendung des Protokolls vom 26. Juni 2003;
  • Timing und Vorgehensweise bei der Ausarbeitung des Orientierungsgesetzes für Kultur
  • das Timing und die Organisationsmethoden für die regionalen und nationalen Konferenzen zur Kulturpolitik

Der SYNDEAC verlangt, daß im Rahmen dieser Konferenzen drei große Themenbereiche verhandelt werden:

  • Die komplette Neustrukturierung des nationalen Theaternetzes zusammen mit dem Status der Theaterunternehmen, sowie die Verteilung der Verantwortlichkeiten, der Kompetenzen und der finanziellen Mittel unter Künstlern, Institutionen und öffentlichen Körperschaften.
  • Der berufliche Status aller Künstler im Zusammenhang mit den Fragen der Ausbildung, der Beschäftigung, der Arbeitslosigkeit, der prekären Beschäftigungsformen, und der Erarbeitung der künstlerischen Werke, sowie der Frage nach der Stellung der künstlerischen Laien.
  • Die Evaluierung der unabdingbaren finanziellen Mittel für eine konsequente Wiederbelebung der öffentlichen Politik in den Bereichen Kunst und Kultur sowie die territorialen Verteilungsmodalitäten dieser Mittel.

Nichtsdestweniger ist der SYNDEAC der Auffassung, daß eine Verhandlungsrunde im Kulturministerium die Vorbedingung für jegliche Teilnahme an den regionalen und nationalen Konferenzen über die Kultur darstellt.

Falls es nicht zu einer solchen starken Initiative kommt, werden die Kämpfe weitergehen und wir, der SYNDEAC, werden an ihnen auf die vielfältigste Art und Weise teilnehmen, ohne Sektierertum aber mit Entschlossenheit und Verantwortung.

Ich stehe Ihnen zur Verfügung, Herr Minister, und verbleibe
Hochachtungsvoll

Stéphane Fiévet
Vorsitzender

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